Fakten zum Magenbypass

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Was ist ein Magenbypass?

Der Magenbypass ist ein Verfahren der Chirurgie zur Behandlung von Adipositas. Er verringert die Nahrungsmenge, die Du bei einer Mahlzeit zu Dir nehmen kannst. Du bist schneller und länger satt als bisher. Außerdem wird ein Teil der Nährstoffe und Kalorien nicht verdaut. Das ist der gewünschte Effekt. Dabei werden auch wichtige Mineralien und Vitamine nicht mehr komplett aufgenommen. Um Mangelerkrankungen vorzubeugen, musst Du deshalb lebenslang zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe zu Dir nehmen.

Ein dauerhafter Erfolg nach der OP hängt von einer langfristigen Nachsorge und Ernährungsumstellung ab. Viele nehmen im ersten Jahr stark ab. Das kann Dich zusätzlich motivieren.

Was sind die Voraussetzungen für den Eingriff? 

Deine Krankenkasse kann die Kosten für einen Magenbypass zur dauerhaften Gewichtsreduktion übernehmen, wenn du die folgenden Voraussetzungen erfüllst:

  1. Zusammen mit Deinem Arzt weist Du nach, dass alle konservativen Therapieformen gescheitert sind.
  2. Dein Body-Mass-Index (BMI) ist größer als 40 kg/m² oder Dein BMI ist größer als 35 kg/m² und Du hast zusätzlich schwerwiegende Begleiterkrankungen wie Diabetes, Schlafapnoe oder Bluthochdruck

Vorteile – Nachteile

  • Schneller und effektiver Gewichtsverlust
  • Sehr gute Erfolgsaussichten für Diabetiker
  • Teilweise unangenehme Beschwerden nach dem Essen
  • Lebenslang Mineral- und Vitaminpräparate notwendig

So läuft die Magenbypass-OP ab 

Magenbypass bedeutet Magenumgehung. Der Magen-Darm-Trakt wird so umgebaut, dass große Teile des Magens und des Dünndarms bei der Nahrungspassage ausgelassen werden. Dafür wird der Magen in zwei Teile getrennt: eine kleine Magentasche, die auch als Magenpouch bezeichnet wird, und den großen Restmagen. Der Magenpouch kann nur wenig Nahrung aufnehmen bis er gefüllt ist. Dem Gehirn wir dadurch schneller als bisher Sättigung signalisiert. Außerdem wird der Dünndarm direkt an den kleinen Magen angeschlossen (alimentäre Schlinge), so dass die Verdauungssäfte erst auf die Nahrung treffen, wenn sie bereits einen Teil des Dünndarms passiert hat (biliodigestive Schlinge). Ein Teil der Nährstoffe und Kalorien wird nicht verdaut, sondern als gewünschter Effekt mit dem Stuhl ausgeschieden.

 

Erfolgreiche Magenbypass Operation
Ich bin glücklich mit meinem Magenbypass.
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Das ist nach der Operation anders 

Die jahrelange Nachsorge entscheidet mit über den langfristigen Erfolg Deiner Bypass OP. Sie hilft Dir auch, mögliche Mangelerscheinungen rechtzeitig zu entdecken und vorzubeugen. Die Termine mit dem Ärzte-Team finden in regelmäßigen Abständen statt, die über die Jahre größer werden. Mit einem Nachsorgepass behältst Du den Überblick und dokumentierst die durchgeführten Kontrolluntersuchungen. Ein Magenbypass verändert Dein Leben. Informiere Dich also darüber, was die Veränderungen nach der OP für Dich bedeuten.

Hier findest Du Hilfe

Häufige Fragen zum Magenbypass

Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine Möglichkeit zur Heilung der Ursachen von Adipositas. Allerdings sinkt nach der Magenbypass-Operation in der Regel der BMI und damit auch die Risikofaktoren für gefährliche Folgeerkrankungen.

Das Verfahren hat eine sehr hohe Erfolgsquote. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen es bei Patienten nicht zu einer Gewichtsabnahme im gewünschten Umfang kommt. Es ist wichtig, dass sich Betroffene nicht allein auf die Chirurgie verlassen und zusätzlich ihr Verhalten anpassen und sich gesünder ernähren.

In der ersten Zeit ist Dir nur die Aufnahme flüssiger Nahrung gestattet. Später verträgt Dein Magen dann breiiges Essen. Langfristig kannst Du prinzipiell alles essen. Allerdings steht Dir nach dem Eingriff als Volumen nur noch der Magenpouch zur Verfügung. Die Portionen werden also viel kleiner sein und Du musst darauf achten, gut zu kauen. Zu möglichen Komplikationen wird Dich Dein Arzt genauestens aufklären.

Wird die Magenbypass-Operation durchgeführt, verbessern sich in der Mehrzahl der Fälle bei Patienten die Blutzuckerwerte. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Oft ist die Verbesserung so gravierend, dass keine Medikamente mehr eingenommen werden müssen. In einigen Fällen verschwindet die Erkrankung nachhaltig. Deshalb wird die Methode zunehmend auch dann durchgeführt, wenn ein Diabetes anders nicht zu kontrollieren ist. Wenn Du allerdings in alte Gewohnheiten zurückfällst und nach der Gewichtsabnahme wieder zunimmst, werden sich wahrscheinlich auch Deine Werte wieder verschlechtern.

Durch die Verkürzung des Dünndarms kommt es bei Patienten zu einer gewollten, verminderten Aufnahme von Nahrungsenergie. Leider werden so auch viele wichtige Nährstoffe schlechter aufgenommen. Allerdings kann der Nährstoffmangel durch Nahrungsergänzungsmittel kompensiert werden. Dein Arzt wird regelmäßig die Vitamin- und Nährstoffkonzentration im Blut messen und Dir ggf. passende Präparate verordnen. Dadurch werden Mangelerscheinungen vermieden.