Fakten zu gesunder Ernährung

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Diät - oft falsch definiert

Für die alten Griechen bedeutete Diät Lebensführung. Heute denken wir eher an Abnehmen und schlank werden. Dabei gibt es auch Ernährungsformen zur Gewichtszunahme oder zur Behandlung von Krankheiten. Alle Diäten haben gemein, dass sie sich von der üblichen Ernährung unterscheiden. Durch ihre Zubereitung, der Menge an Essen und auch durch ihre Zusammensetzung.

Jede Diät basiert auf der Reduzierung oder Erhöhung eines bestimmten Nahrungsbestandteils gegenüber anderen. Einige setzen vor allem auf Kohlenhydrate, andere auf Fette, Eiweiße, Vitamine oder Mineralstoffe. Ob Low Carb, Low Fat, Trennkost oder Glyx Diät: Eine Reduktionsdiät zielt immer darauf ab, dass Du weniger Kalorien zu Dir nimmst als Du verbrauchst. Damit kannst Du in kurzer Zeit das eine oder andere Kilo verlieren. Leider ist eine dauerhafte Gewichtsabnahme sehr unwahrscheinlich.

Ernährungsumstellung: Verhaltensänderung für den langfristigen Erfolg

Eine Umstellung der Ernährung von heute auf morgen ist nicht schwer. Aber wie lange kannst Du sie durchhalten? Ungesunde Essgewohnheiten sind Gewohnheiten, weil sie uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. Die Süßigkeiten am Abend scheinen Teil unserer Persönlichkeit zu sein – sich dagegen zu stemmen, jeden Tag aufs Neue, kostet viel emotionale Kraft.

Deshalb ist Deine Umstellung nur dann erfolgreich, wenn sie in Deinem Kopf beginnt. Eine Verhaltensänderung führt dazu, dass der Heißhunger nach der Schokolade nachlässt, der innere Kampf erst gar nicht mehr ausgefochten werden muss. Um Verzicht geht es nicht, sondern um eine ausgewogene Ernährung: gute Proteine, langkettige Kohlenhydrate, gesunde Fette und wichtige Vitalstoffe. Mit diesem Mix kannst Du Dein Leben gesund genießen.

Die erste Zeit war hart. Du denkst, dass Dir was fehlt - und am Ende weißt Du, dass Du eigentlich eine Last los geworden bist.

Friedhelm Hemmersbach, Adipositas Patient aus Bonn

Ernährung nach der Operation

Bei extremer Adipositas kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Danach musst Du Deine Essgewohnheiten dauerhaft umstellen. Nur dann wirst Du langfristig Dein reduziertes Gewicht halten können. Direkt nach der OP wirst Du zunächst Flüssigkost und dann pürierte oder halbfertige Nahrung erhalten. Danach kehrst Du allmählich zu normalem Essen zurück. Abwechslungsreiche, gesunde Lebensmittel: Frisches Gemüse und Obst gehören genauso dazu wie Vollkornkost und Eiweißhaltiges.

Die Operation ersetzt in keinem Fall eine gesunde Ernährung. Ohne Deine Bereitschaft, schlechte Essgewohnheiten aufzugeben, kann keine Operation erfolgreich sein. Deshalb solltest Du unbedingt mit einem Experten über Deine Ernährung sprechen und Dich beraten lassen.

Je nach gewähltem Operationsverfahren verändern sich Dein Verdauungsprozess und die Fähigkeit, Mikronährstoffe und Vitamine aufzunehmen. Die Folge: Auch wenn Du Dich nach einer OP gesund und abwechslungsreich ernährst, wirst Du lebenslang Mineral- und Vitaminpräparate ergänzend zu Dir nehmen müssen.

Was Du nach der Operation vor allem spürst, ist ein schneller eintretendes Gefühl der Sättigung. Dein Appetit wird kleiner. Wenn Du in einem Restaurant feine Speisen isst, dann nimm Dir die Zeit zum Genießen – auch wenn Du Deinen Teller jetzt nicht mehr leer isst.

Das hilft Dir zusätzlich

Um Dich langfristig gesund zu ernähren, ist es hilfreich, an möglichst vielen Stellen in Deinem Leben anzusetzen. Verhaltenstherapien gehen das grundlegende Problem an: das gestörte Essverhalten. Foodtracking-Apps helfen Dir zum Beispiel, die eingenommenen und verbrauchten Kalorien immer im Blick zu haben. Auch Hypnose und Akupunktur unterstützen Dich dabei, Dich selbst und Dein Verhalten wahrzunehmen und damit auch zu verändern. Denn viel zu oft sind es alte Ängste, die uns daran hindern, die Person zu werden, die wir sein möchten.

Häufige Fragen zu gesunder Ernährung

Wenn Du Dich einfach ein bisschen gesünder ernähren willst, musst Du nicht unbedingt mit Deinem Arzt sprechen. Fleisch zu reduzieren, mehr Obst und Gemüse zu essen und auf gesunde Fette und Kohlenhydrate zu achten, ist nur selten problematisch.

Wenn Du allerdings Deine Ernährung grundlegend verändern möchtest, um abzunehmen, oder Du auf Ernährungsformen wie z.B. Intervallfasten umstellen willst, macht es Sinn, mit Deinem Arzt oder einer ernährungsmedizinischen Schwerpunktpraxis zu sprechen. Auch wenn Du vorhast, für einen begrenzten Zeitraum zu fasten, solltest Du das gemeinsam mit Deinem Arzt angehen. Im Rahmen von Adipositas macht die Anbindung an einen Spezialisten in jedem Fall Sinn.

Auch dann, wenn Du Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes oder Fettstoffwechsel-Störungen hast, solltest Du immer mit Deinem behandelnden Arzt sprechen, bevor Du mit Deiner Umstellung anfängst.

Nein. Wo der Körper Energiereserven als Fett anlagert und wo er bei erhöhtem Energiebedarf Fett abbaut, hängt vor allem von der Veranlagung ab. Wenn Du also mehr Kalorien verbrauchst als Du zu Dir nimmst, nimmst Du mit der Zeit ab. Allerdings musst Du darauf achten, nicht zu wenig Energie aufzunehmen. Denn dann besteht die Gefahr, dass Dein Köper Deinen Stoffwechsel drastisch herunterfährt. Dadurch sinkt Dein Grundumsatz und Du verbrennst weniger.

Sinnvoll ist also, wenn Du genau so viel aufnimmst, dass Dein Stoffwechsel weiter sehr aktiv bleibt und Du trotzdem mehr verbrauchst, als Du zu Dir nimmst. Am besten lässt Du Dich von einem Ernährungsspezialisten beraten. Er sagt Dir, wie Du am besten vorgehst.

Einfach schnell und gesund schlank werden: Der Traum vieler Menschen. Aber leider gibt es keine Methode, die gesund, sicher und schnell funktioniert. Auch wenn viele Menschen mit Fasten, Intervallfasten, low carb und anderen Ernährungsformen ein paar Kilo verlieren, bedeutet das nicht, dass die Methode auch für Dich funktioniert und gesund ist.

Gerade wenn Du von Adipositas betroffen bist, brauchst Du einen Spezialisten, der gemeinsam mit Dir die optimale Ernährung für Dich erarbeitet.