Adipös oder nur dick?

Gesundgewicht hat nichts mit einem Schönheitsideal zu tun. Es ist das Gewicht, das Du mit dem gesündesten Lebensstil erreichst, den Du wirklich genießen kannst. Du bist körperlich nicht eingeschränkt, fühlst Dich in Deiner Haut wohl und bist frei von Folgekrankheiten wie z.B. Bluthochdruck.

Und genau darum geht es: Du steigerst mit Deinem neuen, gesunden Lebensstil deine Lebensqualität, ohne Dich zu quälen. Dein Gewicht schränkt Dich im Alltag nicht ein. So bleibst Du motiviert und kannst Deinen neuen Lebensstil auch durchhalten. Damit senkst Du das Risiko für ernsthafte Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme.

Wenn Du langfristig Dein Gesundgewicht erreichst, hast Du sicher viel gewonnen. Neben Gesundheit vor allem eine größere Zufriedenheit.

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Adipositas wissenschaftlich definiert

Adipositas (engl. obesity) ist definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Berechnungsgrundlage ist der Body-Mass-Index (BMI). Der BMI ist der Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²).

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation spricht man bei einem BMI größer 30 von Fettleibigkeit oder in der Fachsprache Adipositas (engl. obesity). Daneben bestimmt die Fettverteilung im Körper das metabolische und kardiovaskuläre Gesundheitsrisiko. Ein einfaches Maß zur Beurteilung des viszeralen (innen, an Organen liegenden) Fettdepots, ist die Messung des Taillenumfangs.

Quelle: Deutsche Adipositas Gesellschaft

Mit Adipositas wird der Alltag zur Qual
Ich habe nicht mehr gesehen, wie viel ich vom Leben verpasse.
Lies meine Geschichte

 

Eine Frage der Lebensqualität

Mit extremem Übergewicht wird der Alltag immer mehr zur Qual. Einkaufen, spazieren gehen – jede Form der Mobilität ist nur noch stark eingeschränkt möglich.

 

Zusammen gegen Adipositas

Dein starkes Übergewicht kann viele Ursachen haben. Adipositas-Spezialisten gehen die Krankheit deshalb ganzheitlich an. Sie setzen im besten Fall auf eine individuell auf den Patienten abgestimmte Kombination unterschiedlicher Behandlungsansätze.

Zu den kombinierbaren Therapien, die auf die eigentlichen Ursachen der Adipositas zielen, gehören unter anderem eine Ernährungsumstellung, regelmäßige körperliche Aktivität, die Beschäftigung mit psychischen Komponenten oder auch der Einsatz von Medikamenten. Nur, wenn alle Aspekte ineinander greifen, wirkt Deine Therapie optimal und langfristig erfolgreich.

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Wie Fettleibigkeit entsteht

Jeder Mensch kann Adipositas entwickeln. Bestimmte genetische oder familiäre Veranlagungen erhöhen das Adipositasrisiko zusätzlich. So haben Kinder ein bis zu dreifach erhöhtes Risiko, wenn ein Elternteil adipös ist.

Auch hormonelle Erkrankungen wie eine Unterfunktion der Schilddrüse kann Adipositas verursachen.

Ein weiterer Faktor ist unser moderner Lebensstil: Obwohl wir weniger körperlich arbeiten, ist kalorienreiche Nahrung ständig verfügbar. Gerade bei Männern trägt ein wenig aktiver Lebensstil zum Entstehen von Übergewicht und Adipositas bei.

Auch seelische Probleme wie Stress können das Entstehen von extremem Übergewicht fördern. Etwa dann, wenn Essen zum Seelentröster wird. Stark übergewichtig wirst Du nicht über Nacht, sondern über Jahre hinweg.

Erst, als ich begriffen habe, was zu meiner Adipositas geführt hat, war ich bereit, Hilfe anzunehmen.

Thomas Mosbach, Adipositas Patient aus Köln

Ernährung

Manche Menschen neigen mehr als andere dazu, überzählige Pfunde anzusammeln. Umso herausfordernder ist die ständige Verfügbarkeit von Essen mit vielen Kalorien aus Zucker und Fett. Vom ungesunden Fastfood bis zu unregelmäßigen Essenszeiten: Unsere Ernährungsweise spielt eine zentrale Rolle beim Entstehen von Adipositas. Wenn Du mehr Kalorien zu Dir nimmst, als Du verbrauchst, erhöht sich Dein Körpergewicht.

Selbst, wenn Du das weißt, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung niemals einfach. Doch ohne eine gesunde Ernährung lässt sich ein persönliches Gesundgewicht weder erreichen noch halten.

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Bewegung

Den Einkauf per Rad statt Auto und zweimal die Woche ein längerer Spaziergang: Regelmäßige Bewegung ist gesund. Leider können wir uns im stressigen Alltag viel zu selten aufraffen. Die Folge: Wir verbrennen weniger Energie und Fett als wir über das Essen aufnehmen.

Das kann zu Übergewicht führen und irgendwann zu Adipositas. Mit Bewegung kommst Du leichter durchs Leben. Du baust Deine Muskulatur auf bzw. hältst sie aufrecht. Muskeln verbrennen mehr Kalorien und verbessern somit die Energiebilanz. Die Blutfettwerte verbessern sich, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. Und Du fühlst Dich körperlich wie seelisch besser.

Die Psyche

Adipositas ist immer auch Kopfsache. Wir wollen abnehmen, kommen aber zum Beispiel gegen den Heißhunger nicht an. Weil wir überzeugt sind, dass nur eine Süßigkeit unsere Laune heben kann. Wir können nicht darauf verzichten – obwohl wir es eigentlich wollen.

Auch deshalb beginnt jede Ernährungsumstellung im Kopf. Und mit der Frage: Wie sehr bist Du bereit, Dich wirklich zu verändern?

Die Entstehung von Adipositas ist so komplex und individuell verschieden, dass jeder Patient eine individuelle Herangehensweise braucht.

Andreas Flüs, Leiter des Adipositas Zentrum NRW

Viele Faktoren können eine Rolle spielen

Essstörungen wie exzessive Essanfälle oder Depressionen können neben einer genetischen Veranlagung und ungesundem Lebensstil ebenfalls zu einem erhöhten Adipositas Grad führen.

Eher selten ist Fettleibigkeit die Folge eines erkrankten Hormonsystems, etwa einer Unterfunktion der Schilddrüse.

Die Einnahme einiger Medikamente kann eine Gewichtszunahme begünstigen, indem sie zum Beispiel einen zu hohen Cortisolspiegel im Blut verursachen.

Die Krankheit ist so komplex, weil ihre Ursache meist in einer Kombination ungünstiger Faktoren liegt.

Häufige Fragen zu Adipositas

Einfaches Übergewicht ist nicht prinzipiell ein Fall für den Arzt. Wenn Du wirklich überzeugt bist, abzunehmen, dann kannst Du mit der Verbesserung Deiner Ernährung und der Integration von Bewegung in Deinen Alltag viel erreichen und eine Adipositas Erkrankung langfristig verhindern.

Liegt Dein BMI allerdings über 30, ist es zunehmend unwahrscheinlich, dass Du Dein Ziel ohne professionelle Unterstützung erreichst. Am besten machst Du einen Termin bei einer Schwerpunktpraxis oder einem Adipositaszentrum in Deiner Nähe. Wenn bereits Folgeerkrankungen wie z.B. Diabetes aufgetreten sind, ist es umso wichtiger, schnell zu handeln. Denn mit einer Verbesserung Deines BMI bessern sich meist auch die typischen Begleiterkrankungen.

Akute gesundheitliche Probleme wie Atemnot oder Brustschmerzen können auf lebensbedrohende Erkrankungen hinweisen. Zögere nicht, und rufe den Rettungsdienst, wenn bei Dir akute Beschwerden aufgetreten sind.

Wenn Du schon als Jugendlicher oder als Kind übergewichtig oder von Adipositas betroffen bist, solltest Du möglichst bald mit Deiner Familie darüber sprechen. Prinzipiell funktionieren bei Dir die gleichen Methoden zur Prävention oder zur Reduzierung von Übergewicht. Unabhängig vom Alter.

Besonders problematisch ist, wenn es junge Menschen nicht schaffen, ihr Körpergewicht auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Dann können ernsthafte Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck bereits früh auftreten und Deinem Körper viel länger schaden, als bei Erwachsenen in der gleichen Situation.

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: Wenn Du übergewichtig bist, dann fällt es Dir als junger Mensch oft viel leichter, Gewicht nachhaltig zu reduzieren und die Erkrankung zu überwinden.

Ist Dein BMI stark erhöht? Dann solltest Du mit Deinem Arzt oder Kinderarzt sprechen, um Dich vor weiteren Erkrankungen zu schützen. Du brauchst Dich nicht zu schämen! Es gibt viele Patienten in Deinem Alter und Spezialisten, die mit Deiner Situation bestens vertraut sind und Dir helfen, wieder gesund zu werden. Hier findest Du eine spezialisierte Arztpraxis.

In den meisten Fällen ist das so. Es gibt allerdings Ausnahmen: Besonders bei erwachsenen Männern, die Kraftsport betreiben, führt die überproportional ausgeprägte Muskelmasse zu einem hohen Wert. Trotzdem sind die Sportler nicht fettleibig. Auch bestimmte Krankheitsbilder führen zu einem erhöhten Wert, ohne dass ein erhöhter Adipositas Grad im klassischen Sinne vorliegt.

Wenn Du vermutest, dass es bei Dir eine andere Ursache gibt, Du andere Symptome beobachtet oder schnell viel zugenommen hast, solltest Du Maßnahmen zur Prävention betreiben. Sprich mit Deinem Arzt darüber. Durch eine ursächliche Therapie kann dann das ggf. zugrunde liegende Problem behandelt und ein Gewichtsverlust erreicht werden.