Ich heiße Stefan

arbeite als Koch und habe einen steinigen Weg hinter mir. Mein Problem mit dem Übergewicht fing schon im Alter von 24 Jahren an, als meine Kinder auf die Welt kamen und ich mit dem Rauchen aufhörte.

Ich begann immer mehr zuzunehmen, was auch auf den Stressfaktor meines Berufes zurückzuführen ist.

Irgendwann war ich in einer Abwärtsspirale gefangen.

Durch meinen Beruf fehlte mir stets die Zeit, um mich ernsthaft mit meinem Problem auseinanderzusetzen – auch deswegen habe ich nicht früher Hilfe gesucht.

Hinzu kommt, dass die richtige Beratung nirgends in Sicht war, ich fühlte mich mit meinem Problem oft allein gelassen. Ich habe es mit Sport probiert, doch mein Job hat mich am regelmäßigen Training gehindert.

Etwas besser verlief es bei einer Abnehmkur. Durch die nötige Ruhe, einen geregelten Tagesablauf und neue Essgewohnheiten konnte ich erfolgreich einige Kilos abnehmen. Als ich aber wieder nach Hause kam und in alte Muster verfiel, war das Gewicht schnell wieder drauf.

Aufgrund meines Bluthochdrucks plagten mich fast täglich Kopfschmerzen und obwohl ich nie faul war, wurde ich durch Gelenkschmerzen und Kurzatmigkeit immer antriebsloser, bis ich mich nur noch bewegen wollte, wenn es absolut notwendig war.

Keine Zeit, keine Hilfe

Stefan, Adipositas Patient aus Miel

Kurz vor zu spät

Stefan, Adipositas Patient aus Miel

Mich operieren zu lassen war bereits seit mehreren Jahren ein Gedanke – aber auch nicht mehr. Immer öfter hatte ich jedoch das Gefühl, ein Herzinfarkt sei nur noch eine Frage der Zeit.

„Wenn Du so weitermachst, ist es bald vorbei mit Dir.“, diese Worte von meinem Hausarzt haben mich endgültig wachgerüttelt, ich entschied mich für einen Magenbypass.

Vor dem Eingriff erhielt ich eine umfangreiche Beratung und hatte vorab auch ein Gespräch mit einer Psychologin. Diese wollte sicherstellen, dass ich für den Eingriff geeignet bin, was ich als sehr positiv empfunden habe.

Ab da begann ich, mein Ziel mit eiserner Disziplin zu verfolgen: Bis zum Tag der OP habe ich 20 Kilo verloren, um den Erfolg des Eingriffs zusätzlich zu steigern. Nach der Magenbypass-Operation verlor ich nochmals fast 30 kg.

Das alles konnte ich nur erreichen, weil ich zur richtigen Zeit die richtigen Menschen getroffen habe und meine Einstellung komplett ändern konnte.

Auch ohne Zucker

Mein Wohlergehen habe ich mittlerweile zur ersten Priorität in meinem Leben gemacht, und seitdem lebe ich deutlich gesünder.

Mittlerweile habe ich meine Ernährung umgestellt und bin wieder deutlich agiler geworden.

Früher konnte mich nur Zucker beruhigen, heute ändert sich auch ohne Zucker meine Laune nicht, ich habe meine Lebenslust neu entdeckt.

Ich weiß genau, wie hart der Weg zu einem gesünderen Leben mit Adipositas ist. Deswegen kann ich Betroffenen nur raten, sich so früh wie möglich mit dem Thema auseinanderzusetzen und das Problem nicht noch weiter in sich „reinzufressen“.

Außerdem ist es mir wichtig, dass die richtige Beratung zu individuellen Therapiemöglichkeiten in Zukunft leichter verfügbar ist, um die Hemmschwelle weiter zu senken.