Ich heiße Horst,

und Gewichtsprobleme liegen mir praktisch in den Genen. Als Kind wurde ich deshalb zur Kur geschickt. Mobbing hat mich während meiner gesamten Schulzeit begleitet.

Meine gesamte Familie mütterlicherseits hatte mit gesundheitlichen Problemen wegen Übergewicht zu kämpfen, was zur Folge hatte, dass keiner von ihnen alt wurde.

Die Angst davor, genauso zu enden, begleitet mich schon mein Leben lang.

Verschiedene Diäten waren lange Zeit für mich die einzige bekannte Option, um mein Gewicht zu reduzieren. Ich habe neben „FdH“-Diäten diverse Abnehmprogramme ausprobiert. Das Ergebnis war ernüchternd, der Jo-Jo-Effekt warf mich jedes Mal auf mein Anfangsgewicht zurück.

Dazu kamen immer mehr körperliche Probleme – aber auch seelische. Ich habe mehrere Bandscheibenvorfälle hinter mir, Knieschmerzen schränkten meine Bewegungsfreiheit ein und schließlich kam auch noch Diabetes Typ 2 dazu.

Mein Übergewicht machte sich auch beim Atmen bemerkbar, ich bekam schlechter Luft und fühlte mich meistens einfach nur niedergeschlagen.

Ich hatte Angst so zu enden.

Horst, Adipositas Patient aus Köln

Die Wende kam, als ich mir Hilfe suchte.

Horst, Adipositas Patient aus Köln

2017 habe ich zum ersten Mal ein konkretes Adipositas-Programm angefangen. Als erstes fand ich dabei heraus, dass die bürokratischen Hürden enorm sind. Ich fühlte mich von der Menge an Anträgen, Arztterminen und Besorgungen schnell überfordert.

Zu meinem großen Pech riss mitten in dieser stressigen Phase meine Achillessehne, weswegen ich operiert werden musste. Die Belastung daraus führte schließlich zu einem Burnout, woraufhin ich monatelang stationär behandelt werden musste.

Im Nachhinein betrachtet waren meine Bemühungen, ein gesundes Gewicht zu erreichen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt, aber ich habe zum Glück nicht aufgegeben. Die Wendung kam, als ich von einem schnellen Hilfsprogramm in einer Klinik in Hürth erfahren habe.

Bald werde ich mich dort einer Bypass-Operation unterziehen und blicke mit Freude auf einen neuen Lebensabschnitt.

Selbstbewusster als je zuvor

Die wichtigsten Stützen in meiner harten Zeit waren meine Frau und ihre Mutter, die mich nie aufgegeben haben.

Viele andere Betroffene können nicht auf diese Art von Beistand aus dem eigenen Umfeld zählen, daher finde ich es wichtig, dass diese Leute so früh wie möglich mit geeigneten Hilfsprogrammen unterstützt werden.

Insgesamt bedarf es noch viel Aufklärungsarbeit für Patienten, da wir oft nicht wissen, an wen wir uns wenden können und welche Therapien infrage kommen.

Ohne Hilfe aus dem Teufelskreis von Adipositas herauszukommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich habe viel aus meiner Erkrankung gelernt und hab zum ersten Mal ein positives Gefühl für die Zukunft. Mein neues Selbstbewusstsein hat mich stärker gemacht, dumme Kommentare und Sprüche sind mir gleichgültig geworden.

Es fühlt sich einfach gut an, andere mit der eigenen Geschichte zu ermutigen, sich die richtige Hilfe zu holen, deshalb unterstütze ich die IGG gerne.