Adipositas, eine häufige Ursache für psychosoziales Leid

Starkes Übergewicht, auch Adipositas genannt, führt zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen und es führt häufig auch zu massiven psychosozialen Belastungen.

Insbesondere stark übergewichtige Frauen haben oft ein deutlich beeinträchtigtes Selbstwertgefühl, bis hin zu depressiven Symptomen.

Die Patientinnen ziehen sich zurück und nehmen immer weniger am sozialen Leben teil.

Essen, um Gefühle zu beeinflussen

Die psychische Verfassung eines Menschen wiederum beeinflusst das Essverhalten meist sehr deutlich. Wir essen aufgrund von Langeweile, weil wir traurig oder frustriert sind oder weil wir angespannt sind. Vielleicht belohnen wir uns auch nach einem langen Arbeitstag mit einer Tüte Chips. Wir essen also, um unsere Gefühle zu beeinflussen. Oft wird hier nicht zu Obst oder Gemüse gegriffen, sondern zu schnell und leicht verfügbaren hochkalorischen Speisen.

Kurzfristig führt das Essen zu einer Reduzierung von negativen Gefühlen. Mittel- und langfristig steigt das Gewicht und damit verbunden das körperliche und psychosoziale Leid. Hier entsteht häufig ein Teufelskreis. Die Patienten sind immer unzufriedener mit sich selbst und ihrem Gewicht und diese negativen Gefühle reduzieren sie kurzfristig wiederum mit Essen, was zu einer weiteren Gewichtszunahme führt.

Die Psychotherapie ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Adipositas.

Stefanie Stöber, Diplom-Psychologin

Psychotherapie, Hilfe zur Selbsthilfe

Eine Psychotherapie, vorzugsweise eine Verhaltenstherapie, denn hier ist die Wirkung in vielen Studien nachgewiesen worden, ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung der Adipositas. Ziel der Psychotherapie innerhalb der Adipositasbehandlung ist die Veränderung von dysfunktionalen Gewohnheiten und Kognitionen, der Erwerb und die stabile Integration von gesunden Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, sowie die Bewältigung psychischer und sozialer Probleme.

Für die Patienten ist es wichtig zu verstehen, wie in ihrem individuellen Fall Essverhalten und Emotionen zusammenhängen. Erst dann ist es möglich an alternativen Denk-, Bewertungs- und Verhaltensalternativen zu arbeiten.

Stefanie Stöber
Diplom-Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin
Verhaltenstherapie 

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